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Google Penguin Update – Analyse und Rückschlüsse

17. September 2014

Es ist zwar nicht das erste Mal, dass Google eine Algorithmusanpassung in der Größe des Penguin Updates durchgeführt hat, doch nie zuvor war der Aufschrei größer als beim Pinguin. Das liegt vor allem daran, dass es dieses mal viele SEOs getroffen hat, die sich beim Linkaufbau auf relativ einseitige und von Google ungern gesehenen Maßnahmen wie Linkkauf oder Linktausch beschränkt haben und nun öffentlich darüber diskutieren.

Einige Tage nach dem Update lagen bereits die ersten nützlichen Daten vor, sodass man z.B. anhand von Sichtbarkeitsindizes schnell sehen konnte, ob eine Webseite zu den Gewinnern oder Verlierern gehört. Gewinner ist hier jedoch nur jene Webseite, die davon profitiert, dass vor ihr rankende Webseiten abgestraft wurden. Wer sich fragt, welche genauen Ranking-Faktoren vom Google Penguin Update betroffen sind, der braucht sich im Prinzip nur das Backlinkprofil dieser Webseiten anschauen. Wir haben die Faktoren, die sehr wahrscheinlich davon betroffen sind genauer untersucht.

Welche Ranking-Faktoren sind vom Google Penguin Update betroffen?

Linkanker (Anchor-Texte)

Viele vergessen, dass Verlinkungen (s. auch interne Verlinkung) Empfehlungen darstellen und dass der natürliche User, der solche Empfehlungen erstellt damit bezweckt, dass andere User diese Webseite besuchen. Dabei ist es ihm nicht besonders wichtig, welchen Linktext er dabei benutzt. Dass der Linktext nur aus dem exakten Keyword besteht kommt eher selten vor. Dafür braucht man sich nur einmal Foren-Threads anschauen, in deren Posts natürliche Links gesetzt sind. Die Mehrheit dieser Links hat als Linkanker sogenannte “weiche Linkanker” wie “schaut mal hier”, “diese Webseite” oder “http://…”. Schaut man sich mal Webseiten von Betroffenen des Google Penguin Updates an, wird man oft sehen, dass exakte Keywordanker mindestens ein Drittel ausmachen, was eindeutig unnatürlich ist.

Gekaufte Links

Gekaufte Links ausfindig zu machen ist nicht nur für Menschen, sondern auch für Google leichter als viele glauben. Zum einen werden Links oft in “Schüben” gekauft. Bedeutet, man stöbert in einem Marktplatz herum, kauft sich ein paar Links, die auch sofort gesetzt werden und lehnt sich dann wieder ein paar Tage zurück. Je besser eine Webseite rankt, je häufiger sie aktualisiert wird oder je mehr Traffic sie hat, desto häufiger kommt der Googlebot vorbei. Bei anständig geführten Webseiten mit guten Inhalten ist das mittlerweile schon täglich oder fast täglich der Fall, sodass Google ein genaues zeitliches Profil eingehender Links erstellen kann. Wenn hier mal drei Links von unterschiedlichen Domains an einem Tag kommen und dann eine Woche lang nichts, ist das bereits auffällig. Dazu kommt beispielsweise auch die “same link neighborhood”. Viele Linkverkäufer haben ihre Stammkunden, die alle auf denselben Webseiten verlinkt werden, was das ganze für Google zu einem Linknetzwerk machen kann.

Sollte man “schlechte Links” abbauen?

Niemand weiß, wie genau der Google Algorithmus abgeändert wurde. Sollte sich herausstellen, dass es “flags” gibt die Webseiten als “Übeltäter in der Vergangenheit” eingestuft haben, so ist es ratsam die Links abzubauen. Es könnte aber auch sein, dass die Ranking-Faktoren nur in ihren Gewichtungen verändert wurden, sodass das Korrigieren der “schlechten Links” dazuführen könnte, dass man seine alten Positionen wiedererlangt.

Fazit: Natürlichkeit beim Linkaufbau wird immer wichtiger. Dazu gehört vor allem die Diversität der Linktexte und Linkquellen. Gerade der Bereich Social Media wird für Google & Co immer interessanter, da sich hier immer mehr Menschen aufhalten und täglich Millionen Empfehlungen, vor allem in Form von Links, geben.

Tipp: In Kürze veröffentlichen wir auf SEOvista ein SEO Tutorial und eine umfassende SEO Toolbox, u.a. für das Überprüfen von Backlinks oder ermitteln des Alexa- oder Pageranks etc.

Update: Nach dem Google Pinguin Update hat nun auch das aktuelle Google Venice Update für stärkere Veränderungen in den SERPS gesorgt.

Penguin Update und der HochgeschwindigkeitsSEO Contest

Vom dem gerade laufenden SEO-Wettbewerb werden die Meisten SEOs bereits gehört haben. Dabei geht es darum bis zum 12. September mit seiner Webseite zum Keyword hochgeschwindigkeitsseo auf dem ersten Platz bei Google platziert zu sein. Der Gewinner erhält auf der OMClub Party vom Veranstalter Randolf Jorberg einen Gutschein für ein iPhone. Da nur noch wenige Tage bleiben ist hier in der Tat Hochgeschwindigkeit bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO) angebracht, was uns zu der Frage führt: Inwiefern kann zu schneller Linkaufbau negativ wirken? Diese Frage wird sich dann eventuell nach Analyse der teilnehmenden Webseiten klären.

Autor:


Diskussion

  1. Carsten Todt  Mai 28, 2012

    Ich habe sogar Projekte, die mehrmals täglich gecrawlt werden, obwohl ich die Besucherzahl gar nicht sooo hoch einschätze. ;-) Aber du hast natürlich in vielen Punkten recht. Ich frage mich nur, ob man jetzt schon feste Rückschlüsse ziehen kann. In den nächsten Monaten könnten noch Feineinstellungen vorgenommen werden. ;-)

    (reply)
  2. Frank  Juni 1, 2012

    hallo seovista,
    ein wirklich sehr interessanter einstieg mit guten ansätzen. durch pinguin scheint sich ja tatsächlich etwas hinsichtlich linkstruktur getan zu haben. ich denke auch, dass es immer weiter richtung social media & social network geht. doch wie sieht es bspw mit social bookmarking und den auto-tools wie bookmarking demon 6 etc. aus. bemerkt google diese handhabung bzw. bringen diese tools noch etwas. generell gefragt: bringt die eintragung bei bookmarking diensten überhaupt noch etwas? manuell bzw. automatisch?
    gruß frank

    (reply)
  3. daniel  Juni 5, 2012

    moin moin, bin eben über das thema gestoßen und sehr überrascht. dachte ich wußte schon viel über das netz aber das sit auch neu für mich. wenn ich das hier richtig gelesen habe, muß man nur was befürchen, wenn es gekaufte links sind oder aus linktausch besteht ja? ich denke das habe ich bei meiner seite nicht, ich werde es beobachten. kann man irgentwo rausbekommen ob seine eignene seite betroffen ist?

    (reply)

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